Bauernregeln: Volksweisheiten für das ganze Jahr

Detailansicht einer kleinen Engelsfigur, die in tiefen, sauberen Schnee im Wald gedrückt wurde.
Heute bin ich durch den Wald spaziert, der wunderschön mit einer Schneedecke bedeckt war. Es war diese Art von stiller, friedlicher Winterdecke, bei der man das Gefühl hat, dass die Welt für einen Moment langsamer geworden ist. Und genau bei diesem Spaziergang ging mir ein Gedanke durch den Kopf. Vor kurzem habe ich hier über Weihnachtsbräuche und Traditionen geschrieben, und ich dachte mir: Wäre es nicht schade, dort schon aufzuhören?

Daher kam mir die Idee, mir die Volkswahrheiten anzusehen – die Bauernregeln. Kurze Sätze, die unsere Vorfahren von Generation zu Generation weitergegeben haben und nach denen sie sich in Bezug auf das Wetter, die Natur und das tägliche Leben richteten. Ich habe verschiedene Quellen recherchiert und die bekanntesten Bauernregeln ausgewählt, die heute noch unter den Menschen kursieren.

In diesem Beitrag werde ich sie zuerst nach den einzelnen Tagen und Feiertagen auflisten und sie anschließend Monat für Monat unterteilen, damit man schön sehen kann, wie das ganze Jahr durch die Augen alter Volksweisheiten gelesen werden kann. Bauernregeln sind nämlich ein stilles, aber wunderschönes Erbe unserer Vorfahren und können uns vielleicht auch heute dazu bringen, die Natur um uns herum bewusster wahrzunehmen.

Bauernregeln enthalten archaische Wörter und buchsprachliche Begriffe, daher findest du am Ende des Beitrags Erklärungen zu diesen Ausdrücken.

1. Januar 

  • Wie am Neujahrstag, so das ganze Jahr.
  • Ist es am Neujahrstag schön, wird es auch bei der Ernte so sein.

6. Januar (Heilige Drei Könige)

  • An Dreikönig einen Schritt weiter (verlängert sich der Tag).
  • An Dreikönig friert es stetig.
  • Ist es an Dreikönig windig, vermischt es die Planeten und es wird fruchtbar.
  • Viele Sterne an Dreikönig, gibt es viele Erdäpfel.
  • Ist es an Dreikönig klar, gedeiht der Weizen wunderbar.

Fasching (Masopust)

  • Fasching in der Sonne – Ostern am Ofen.
  • Gibt es im Fasching lange Eiszapfen, gibt es ein fruchtbares Jahr für Fliegen.

2. Februar (Lichtmess)

  • An Lichtmess eine Stunde mehr (Tageslicht).
  • An Lichtmess ist des Winters Mitt'.
  • Ist Lichtmess hell und rein, wird der Winter noch lange sein; wenn es schneit oder donnert, ist der Frühling sicher nah.
  • An Lichtmess Pfützen, werden Äpfel und Birnen nützen.
  • Kommt der Dachs an Lichtmess aus dem Bau, geht er in vier Wochen wieder zurück, genau.
  • An Lichtmess muss die Lerche singen, auch wenn sie erfrieren sollte.

3. Februar (Hl. Blasius)

  • An Sankt Blasius erwärmt sich der Stein.
  • Wenn an Sankt Blasius das Wasser so stark in den Spuren fließt, dass der Kutscher die Peitschenquaste nass machen könnte, wartet ein langer Flachs.

14. Februar (Hl. Valentin)

  • An Sankt Valentin säe die Setzlinge ins Beet.

16. Februar (Hl. Juliana)

  • An Sankt Juliana bereite den Wagen vor und verstecke den Schlitten.

22. Februar (Hl. Petrus)

  • Ist an Petri Stuhlfeier Frost, wird es noch 14 Tage frieren.

23. Februar (Hl. Polykarp)

  • An Sankt Polykarp ist der Graben voll Schnee.

24. Februar (Hl. Matthias)

  • Sankt Matthias bricht das Eis, hat er keins, so macht er eins.
  • Sankt Matthias baut Brücken oder bricht sie.

28. Februar (Hl. Roman)

  • Ist es an Sankt Roman klar, gibt es ein fruchtbares Jahr.

3. März (Hl. Kunigunde)

  • Friert es an Kunigunde, friert es noch vierzig Tage.

6. März (Hl. Friedrich)

  • An Sankt Friedrich haucht die Sonne Wärme.

7. März (Hl. Thomas)

  • An Sankt Thomas wird der Schnee zu Brei.
  • Der Winter, den Thomas bringt, schüttelt uns noch lange.

10. März 

  • Vierzig Märtyrer – vierzig Fröste.
  • Friert es am Tag der Vierzig Märtyrer, kommen noch vierzig Morgenfröste.

12. März (Hl. Gregor)

  • An Sankt Gregor sind Tag und Nacht im gleichen Maße.
  • An Sankt Gregor fliegt der Storch vom Meer, der Frosch öffnet das Maul, faul ist der Bauer, der nicht pflügt.

17. März (Hl. Gertrud)

  • Friert es an Sankt Gertrud, friert es noch den ganzen Monat.

19. März (Hl. Josef)

  • Sankt Josef löscht das Licht.
  • Ein schöner Tag an Sankt Josef verkündet ein gutes Jahr; regnet oder schneit es, wird es nass und gibt Missernten.
  • Ist an Sankt Josef Wind, wird er ein Vierteljahr anhalten.
  • Sankt Josef mit milde Gesichte beendet den Winter mit Nichte.

25. März

  • Sankt Matthias gibt ein Scheit dazu, Sankt Josef zwei und die Jungfrau Maria eine ganze Armvoll.
  • Ist die Nacht auf Mariä Verkündigung klar, wird es ein schönes Erntejahr.
  • Die Jungfrau Maria bläst die Kerze aus und Sankt Michael zündet sie wieder an.
  • Mariä Verkündigung bringt die Schwalben zurück.
  • Scheint die Sonne an Mariä Verkündigung, wird es ein fruchtbares Jahr.

27. März (Hl. Ruprecht)

  • Wie das Wetter an Sankt Ruprecht ist, so wird es auch im Juli sein.

31. März (Hl. Balbina)

  • An Sankt Balbína ist der Winter schon vorbei.

2. April (Hl. Teodor)

  • Regen an Sankt Teodor bedeutet viel Wasser im Mai.

5. April (Hl. Fedul)

  • Sankt Fedul hat warm geblasen.

23. April (Hl. Adalbert/Vojtěch)

  • Gewitter vor Adalbert, Regen bei der Ernte.

24. April (Hl. Georg)

  • Ein klarer Georg bringt einen schönen Herbst.
  • Donnert es vor Georg, wird danach Schnee liegen.
  • Gibt es vor Georg Tau, gibt es vor Michael Frost.
  • Vor Georg trocken, danach nass.

25. April (Hl. Markus)

  • Pflanze Kartoffeln an Sankt Markus – die Grube wird voll sein.
  • Ist es an Sankt Markus regnerisch – wird es sieben Wochen schlammig.

28. April (Hl. Vitalis)

  • Donner zwischen Markus und Vitalis bedeutet ein fruchtbares Jahr.

1. Mai (Hl. Philipp und Jakob)

  • An Philipp und Jakob pflückt das Pferdchen schon Gras.
  • Ein nächtlicher Regen vor Philipp verheißt uns eine gute Jahresernte.

4. Mai (Hl. Florian)

  • Ist an Sankt Florian starker Wind, wird es in diesem Jahr viele Feuer geben.

12. Mai (Hl. Pankratius, Servatius, Bonifatius)

  • Regen an Pankratius, Servatius und Bonifatius, dann regnet es den ganzen Sommer.
  • Pankraz, Servaz, Bonifaz – die Eismänner verbrennen mit Frost Frucht und Ros'.

13. Mai 

  • Vor Servatius gibt es keinen Sommer, nach Servatius ist es mit dem Frost vorbei.

15. Mai (Hl. Sophia)

  • Regen an der kalten Sophie erschlägt die Pflaumen.
  • Die heilige Sophie begießt oft das Feld.

26. Mai (Hl. Urban)

  • Wenn es an Urban regnet, wird es viele Mäuse geben.
  • An Urban wird der Flachs gesät.
  • Regen an Pfingsten, Sonne am Gottes-Sommer.

1. Juni (Hl. Fortunatus)

  • An Sankt Fortunatus ist ein Regentropfen einen Dukaten wert.
  • Schönes Wetter an diesem Tag verspricht ein fruchtbares Jahr.

6. Juni (Hl. Norbert)

  • Sankt Bonifatius, Norbert und Robert sind kleine Eismänner.
  • An Sankt Norbert geht die Kälte schon zum Teufel.

8. Juni (Hl. Medardus)

  • Was Medardus für ein Wetter hält, solch Wetter in die Ernte fällt (Medardusregen – 40 Tage Segen/Regen).
  • Wie das Wetter an Medardus ist, bleibt es sechs Wochen gewiss.

11. Juni (Hl. Barnabas)

  • An Sankt Barnabas drohen oft Gewitter.
  • Regnet es an Sankt Barnabas, fallen die Trauben in den Korb.
  • Weinender Barnabas – Ernte auf den Weinbergen.

12. Juni (Hl. Antonia)

  • Sankt Antonia hat oft verweinte Äuglein.

13. Juni (Hl. Antonius)

  • An Sankt Antonius beginnt das Schleifen der Sensen.

15. Juni (Hl. Vitus)

  • Schönes Wetter an Sankt Vitus ist gut für den Roggen.
  • Sankt Vitus ändert die Zeit.
  • Regen an Vitus – schlecht wird der Roggen sein.

23. Juni (Hl. Agripina)

  • An Sankt Agripina ruhe nur im Schatten.

24. Juni (Hl. Johannes)

  • An Sankt Johann öffnet sich zum Sommer das Tor.
  • Lobe die Gerste nicht vor Johannes dem Täufer.
  • Regnet es an Johannes dem Täufer, regnet es drei ganze Tage; ist es ohne Regen, bleibt es noch schön.
  • Regen an Sankt Johann dem Täufer, du wirst keine Nüsse in den Korb sammeln.
  • Kuckt der Kuckuck nicht vor Sankt Johann, wird es ein Missjahr.

27. Juni (Hl. Ladislaus)

  • Regnet es an Ladislaus, dauert der Regen sieben Wochen an.
  • Regnet es nicht an den Sieben Brüdern, dann wird die Ernte trocken sein.

29. Juni (Hl. Peter und Paul)

  • Regnet es an Peter, häuft sich der Regen dreißig Tage lang.
  • Regnet es an Sankt Peter und Paul, gibt es viele Mäuse und viele Pilze.
  • Ist es von Peter bis Laurentius heiß, wird es im Winter lange kalt.

2. Juli (Hl. Maria)

  • Regen an Mariä Heimsuchung dauert bis Susanne an.
  • Regnet es an Mariä Heimsuchung, bleibt es vierzig Tage lang nicht ohne Regen.

4. Juli (Hl. Prokop)

  • Wenn es an Sankt Prokop regnet, wird jede Garbe nass.

8. Juli (Hl. Kilian)

  • Wie viel Roggen bis Sankt Kilian gewachsen ist, so viel wird auch bleiben.

13. Juli (Hl. Margareta)

  • Sankt Margareta hat die Sichel in den Roggen geworfen.
  • Wenn Margareta weint, wird es Regen im Überfluss geben.

18. Juli (Hl. Kamil)

  • An Sankt Kamil hat die Sonne die größte Kraft.

19. Juli (Hl. Vinzenz)

  • Ist es an Sankt Vinzenz sonnig, wird es viel Wein geben.

25. Juli (Hl. Jakobus)

  • Ein schöner Tag vor Sankt Jakob verspricht eine schöne Ernte.
  • So viele Wolken an Jakobus, so viel Schnee im Winter.
  • Was bis Sankt Jakob (an Wein) verblüht, reift bis Gallus.
  • Wie warm Sankt Jakob ist, so kalt ist Weihnachten.

26. Juli (Hl. Anna)

  • Sankt Anna, morgens kalt.

4. August (Hl. Dominikus)

  • An Dominikus Hitze – der Dünger ist vergeudet.

10. August (Hl. Laurentius)

  • An Sankt Laurentius Sonnenschein, gibt es viel guten Wein.
  • Lobe den Weizen nicht vor Sankt Laurentius.
  • Laurentius zeigt an, wie der Herbst beginnt.
  • Schönes Wetter an Sankt Laurentius deutet auf einen schönen Herbst hin.

15. August (Mariä Himmelfahrt)

  • Ist es an Mariä Himmelfahrt schön, wird ein gesegneter Herbst folgen und das Wetter den Weinreben günstig sein.

18. August (Hl. Helena)

  • Bringt Helena Regen, bleibt das Grummet (der zweite Schnitt) lange grün.

23. August (Hl. Philipp)

  • Hat Philipp Donner im Gefolge, bedeutet das baldigen Regen und Ertrag.

24. August (Hl. Bartholomäus)

  • Sankt Bartholomäus verkürzt den Nachmittag.
  • Ist es an Bartholomäus schön, lachen die Winzer.
  • Donnert es nach Sankt Bartholomäus, wird der Herbst lang und schön.
  • Wie das Wetter an Sankt Bartholomäus ist, so bleibt es den ganzen Herbst.

29. August (Hl. Johannes der Täufer)

  • Regnet es am Tag der Enthauptung Johannes des Täufers, verderben die Nüsse.
  • An Sankt Johann haben sie Glück, die Kartoffelkraut abschneiden.

2. September

  • An Stephan dem König ist der Sommer nur noch wenig.

12. September (Hl. Maria)

  • Wie das Wetter an Mariä Geburt ist, so bleibt es vier Wochen lang.
  • An Mariä Geburt sammeln sich die Schwalben.
  • Regnet es nicht an Mariä Geburt, wird es ein trockener Herbst.

21. September (Hl. Matthäus)

  • Schönes Wetter an Sankt Matthäus wird vier Wochen lang nicht gestört.
  • Welches Wetter Matthäus bereitet, das vier Wochen lang uns begleitet.
  • Nach Sankt Matthäus die Mütze über die Ohren.

26. September (Hl. Cyprian)

  • An Sankt Cyprian ist es morgens oft schon kühl.

28. September (Hl. Wenzel)

  • Wenzel kommt – bereite den Ofen vor.
  • Sankt Wenzel schützt den Wein, danach wird die Weinlese sein.
  • Ein Gewitter an Wenzel verkündet lange Wärme.
  • An Sankt Wenzel gibt es eine Schlammflut.

29. September (Hl. Michael)

  • Sind die Vögel vor Michael nicht weg, dann tobt nach ihm kein harter Winter.
  • Ist die Nacht vor Michael kühl, kommt ein harter Winter im Eilschritt.
  • Nass an Michael, kalt am Heiligen Abend.

30. September (Hl. Hieronymus)

  • An Sankt Hieronymus zieht der Winter schon bei uns ein.

1. Oktober (Hl. Remigius)

  • Weht an Sankt Remigius der Wind von Osten, wird es ein warmer Herbst.

4. Oktober (Hl. Franziskus)

  • Sankt Franziskus jagt die Leute in die Hütten.

15. Oktober (Hl. Theresa)

  • Nach Sankt Theresa kriecht der Frost über die Dächer.

16. Oktober (Hl. Gallus/Havel)

  • Welchen Tag Sankt Gallus zeigt, solcher Winter sich herneigt.
  • An Sankt Gallus soll alles Obst in der Kammer sein.
  • Ein trockener Gallus kündigt einen trockenen Sommer an.

28. Oktober (Hl. Simon und Judas)

  • Simon und Juda – entweder Schnee oder Klumpen (Hrudy).
  • An Simon und Juda kriecht die Katze vom Dachboden.

11. November (Hl. Martin)

  • Wie der Tag an Sankt Martin, so wird auch der Winter sein.
  • Hüllt sich Martin in Nebel ein, wird der Winter gewöhnlich mild sein.
  • An Sankt Martin raucht es aus dem Schornstein.
  • An Martin geht der Gänserich über das Eis, an Weihnachten führt er die Gänse durch den Schlamm.

16. November (Hl. Otmar)

  • An Sankt Otmar siehst du keine Mücke mehr.

17. November (Hl. Elisabeth)

  • Sankt Elisabeth kommt mit dem Schnee angeflogen.

21. November

  • Ist die Nacht zu Mariä Opferung klar, bereitet sich im Januar ein grauser Winter vor.

22. November (Hl. Cäcilia)

  • Die heilige Cäcilia deckt die Felder mit Schnee zu.

23. November (Hl. Clemens)

  • Sankt Clemens liebt den Winter, Sankt Petrus siebt ihn durch.

25. November (Hl. Katharina)

  • Geht Sankt Katharina auf dem Eis, geht Sankt Stephan im Matsch.
  • Wie warm es an Augustin ist, so kalt wird es an Katharina sein.
  • An Sankt Katharina verstecken wir uns unter der Decke.
  • Sankt Katharina kommt weiß gekleidet.

4. Dezember (Hl. Barbara)

  • Wie das Wetter an Sankt Barbara ist, so bleibt es bis Weihnachten.
  • An Sankt Barbara den Schlitten in den Hof.
  • Nach der heiligen Barbara hüte Nase und Ohren!
  • Trägt das Eis an Sankt Barbara eine Gans, trägt es an Weihnachten einen Wagen.
  • Die heilige Barbara jagt das Holz aus dem Hof (verbraucht Brennholz).

6. Dezember (Hl. Nikolaus)

  • Sankt Nikolaus spült das Ufer ab (es regnet oft).
  • An Sankt Nikolaus wirbelt oft der Schnee.
  • Trinkt an Nikolaus ein Vogel aus der Wagenspur, trinkt drei Monate lang kein Pferd aus dem Fluss.
  • Regnet es an Nikolaus oder fällt Schnee, gibt es nächstes Jahr viele Erbsen.

13. Dezember (Hl. Luzia)

  • Sankt Luzia kürzt die Nacht, doch den Tag verlängert sie nicht (Luzia trinkt die Nacht, bringt aber keinen Tag).
  • Wie die Tage von Sankt Luzia bis zum Christfest sind, so sind auch die Monate des nächsten Jahres (12 Tage - 12 Monate).
  • Wenn Sankt Luzia kommt, findet sie den Winter schon vor.

Weihnachten

  • Besser krachende Weihnachten als fließende.
  • Grüne Weihnachten – weiße Ostern.
  • Weihnachten auf dem Eis – Ostern im Matsch.
  • Dunkle Weihnachten – helle Scheunen.

24. Dezember (Adam und Eva)

  • An Adam und Eva erwarte Tauwetter.
  • Wenn es am Heiligen Abend schneit, gibt es eine gute Hopfenernte.

25. Dezember

  • An Christi Geburt verlängert sich der Tag um einen Flohsprung.
  • Frost an Christi Geburt – der Winter hält sich ohne Wende.
  • Wenn es am Christtag regnet, verdirbt Trockenheit die Ernte.

26. Dezember (Hl. Stephanus)

  • Wenn Sankt Stephan den Matsch wegweht, folgt ein schöner Frühling darauf.
  • Wenn an Stephan die Winde wehen, wird nächstes Jahr alles schlecht gedeihen.

28. Dezember

  • An den Unschuldigen Kindern verjüngt sich der Tag.
  • Ist an den Unschuldigen Kindern Nebel am Berg Lysá Hora, gedeihen die Erdäpfel nicht; ist Nebel im Tal, gibt es genug davon.

Januar

  • Ist der Januar warm, reicht das Elend bis zum Boden.
  • Nasser Januar – leere Fässer – es gibt keinen Wein.
  • Nebliger Januar – nasser Frühling.
  • Wächst der Tag, wächst auch die Kälte.
  • Januar kalt, April grün.
  • Hält der Januar nicht, hält keiner (der Wintermonate).
  • Gräbt der Maulwurf im Januar, endet der Winter im Mai.
  • Viel Schnee im Januar, viel Heu im Juni.
  • Lieber einen Wolf auf dem Feld sehen als einen Bauern im Hemd (bei Wärme) im Januar.

Februar

  • Weißer Februar, das Feld erstarkt.
  • Ist es im Februar trocken und kalt, wird der August heiß.
  • Wenn der Februar nicht mit dem Horn stößt, schlägt er mit dem Schwanz.
  • Liegt die Katze im Februar in der Sonne, kriecht sie im März sicher hinter den Ofen.
  • Viel Nebel im Februar bringt in diesem Jahr viel Regen.
  • Was sich der Februar grünt, das hütet sich der März; was sich der April grünt, das verbrennt ihm der Mai.
  • Hätte der Februar die Macht des Januars, ließe er das Kalb in der Kuh erfrieren.

März

  • Märzensonne hat kurze Arme und einen langen Mantel.
  • Märzensonne kühlt von den Füßen her.
  • März – ab hinter den Ofen.
  • Der Winter steckt oft noch im März den Kopf hinein und erdrückt ihn manchmal sogar.
  • März trocken, April nass, Mai windig – füllt Säcke mit Korn und Fässer mit Wein.
  • So viele Nebel im März, so viele Regengüsse im Juli.
  • Im März schneidet der Bauer die Bäume, zieht aber den Mantel noch nicht aus.
  • Was sich der Februar grünt, das hütet sich der März; was sich der April grünt, das verbrennt ihm der Mai.
  • Donnert es im März, schneit es im Mai.
  • Der März kann Schnee und Eis schmelzen, aber wenn er will, macht er auch welche.

April

  • Das Aprilwetter lässt sich nicht beschreiben.
  • Aprilwetter sind gute und schlechte Zeiten.
  • Der April ist halb März und halb Mai.
  • Im April kommen an einem Tag neun Wetterarten zusammen.
  • Herrengunst und Aprilschnee halten nicht lange.
  • Aprilwetter ist launischer als eine Frau.
  • Kinderweinen, Herrengunst und Aprilwetter sind immer unbeständig.
  • Im April wärmt es von oben, friert es von unten.
  • Ist der Gründonnerstag weiß, wird der Sommer heiß.
  • Wenn es am Karfreitag donnert, gedeiht auf dem Feld nichts.
  • Ein regnerischer Karfreitag macht ein durstiges Jahr.
  • Osterregen bringt trockenes Heu, aber schönes Wetter bringt viel Fett und Speise.
  • Klares Wetter an Ostern – der Sommer beginnt zu Pfingsten.
  • Regnet es am Ostersonntag, werden alle Sonntage bis Pfingsten regnerisch sein.
  • Der Wind, der von Ostern bis Pfingsten herrscht, hält das ganze Jahr an.
  • März – ab hinter den Ofen, April – wir bleiben noch dort, Mai – jagen wir die Ziegen in den Hain.
  • Was der April spart, verbrennt der Mai.
  • Ist der April schön, wird der Mai noch besser.
  • Nasser April und dann kühler Mai – der Weg zu Speichern und Heu ist frei.
  • Aprilschnee düngt wie Mist.
  • Warme Regen im April – warme Tage im Oktober.

Mai

  • März – ab hinter den Ofen, April – wir bleiben noch dort, Mai – jagen wir die Ziegen in den Hain.
  • Was der April spart, verbrennt der Mai.
  • Maienfeuchte – lässt das Gräslein wachsen; Maienregen – lässt das Brötchen wachsen.
  • Ist der April schön, wird der Mai noch besser.
  • Nasser April und dann kühler Mai – der Weg zu Speichern und Heu ist frei.
  • Regnerischer Mai – durstiger Oktober.
  • Auf einen nassen Mai folgt ein trockener Juni.
  • Wenn es im Mai nicht regnet, vollendet es der Juni.

Juni

  • Regnerisch und kalt im Juni verursacht leicht ein Missjahr.
  • Hört man im Juni oft den Donner, kommt danach ein trüber Sommer.
  • Wenn im Juni Nordwinde wehen, verspäten sich die Gewitter.
  • Wetterleuchten im Juni – Krachen in den Speichern.
  • Donnert es im Juni, gedeiht das Getreide.
  • Blitzt und donnert es im Juni, schlummert der Bauer zufrieden.
  • Abendlicher Donner im Juni bringt Fische und Krebse in Fülle.
  • Beständiger Juni – vollkommener Dezember.

Juli

  • Wenn der Tag abnimmt, nimmt die Hitze zu.
  • Wenn der Juli schön wärmt, wird der Winter an Weihnachten glänzen.
  • Der Juli bringt Hitze, Hagel und Honigtau, wenn er reich an Gewittern und Stürmen ist.
  • Was der Juli nicht kocht, brät der August nicht.
  • Was der Juli beendet, beginnt der August.
  • Wie der Juli, so der Januar.
  • Im Juli Regen und Sonnenschein – die Ernte wird im nächsten Jahr reichlich sein.
  • Die Sonne brennt, der Regen wird fließen.
  • Juli – der Ernte Zwilling.
  • Der Juli erntet den Roggen und begrüßt die Weichseln dazu.
  • Der Juli rötet sich, jede Knospe reift.
  • Bauen die Ameisen ihre Haufen im Juli immer höher, kommt eher ein harter Winter.
  • Wenn der Tag abnimmt, nimmt die Hitze zu.
  • Auf einen nassen Juli folgen Sturm und Hagel.

August

  • Wenn im August der Mitternachtswind weht, wärmt die Sonne ohne Regen.
  • Augustregen – wie Frauentränen.
  • Wenn im August starke Taue fallen, bleibt gewöhnlich schönes Wetter.
  • Wenn der August zu Beginn heiß ist, weht im Winter lange ein eisiger Wind.
  • Wenn im August der Nordwind weht, bleibt es danach lange schön.
  • Ist im August morgens viel Tau, freuen sich die Wespen.
  • Fröhlich wird die Sense klingen, wenn im August viel Taue springen.
  • Viel Augustpilze, viel Schneestürme.
  • Nebel auf Wiesen, Bächen und Flüssen im August kündigen beständiges Wetter an.
  • Wenn es im August viel donnert, wird der Winter reich an Schnee.

September

  • September – dem Sommer kommt das Alter.
  • Welches Wetter Ägidius zeigt, so bleibt es den ganzen Monat.
  • Ägidius hell – Herbst schön.
  • Ein klarer Tag an Sankt Ägidius verkündet einen schönen Herbst.
  • Vorteil für Acker und Saat, wenn Ägidius sonniges Wetter hat.
  • Donner und Blitz am Ägidientag – vier Wochen nasse Wege.
  • Sankt Ägidius mildert die Sonne.
  • Hört man im September den Donner grollen, wird im Winter jeder Baum von Schnee verschollen.
  • Im September gibt es oft viele Brände, daher rötet sich der Himmel ohne Ende.
  • Gewitter im September – Schnee im Dezember.
  • Was der August nicht brät, kocht der September nicht mehr rechtzeitig.
  • September – der Mai des Herbstes.
  • Nach einem warmen September blickt der Oktober böse drein.
  • Im Herbst ein Löffel Regen und eine Kanne Matsch.
  • Im Herbst heiz ein.

Oktober

  • Je länger die Schwalben im Oktober bei uns verweilen, desto länger werden die schönen und klaren Tage eilen.
  • Schneit es im Oktober, wird der Winter mild.
  • Fällt das Laub im Oktober nicht von den Bäumen, wird es ein harter Winter sein.
  • Viel Regen im Oktober – viel Wind im Dezember.
  • Ist der Oktober sehr grün, wird der Januar sehr kalt.
  • Der Oktober ist meist schon kalt, aber niemals hungrig.
  • Wenn das Laub lange nicht fällt, ein harter Winter sich dazu gesellt.
  • Wenn das Laub im Oktober lange nicht fällt, schleicht sich ein harter Winter herbei.
  • Sind keine Birkenzeisige zu sehen, bereite dich auf einen harten Winter vor.
  • Wenn die Kreuzspinne sich im Oktober versteckt und nicht herauskommt, ist der Schnee nicht weit.
  • Ist der Oktober sehr grün, wird der Januar dafür sehr kalt sein.
  • Gibt es im Oktober viele Wespen und Hornissen, wird man einen kalten und langen Winter wissen.
  • Oktober wärmt an einem Ende noch, doch am anderen friert er schon doch.

November

  • Anfang November streiten sich Wärme und Kälte.
  • Wenn der Maulwurf im November gräbt, fliegen an Weihnachten die Mücken.
  • Schneit es Anfang November, hat der Schnee die Höhe von Türmen.
  • Kalter November – grüner Januar.
  • Donnert es im November, wird es ein gutes Jahr.
  • Novemberschnee schadet der Saat überhaupt nicht.
  • Wenn im November die Sterne am Himmel glitzern, wird der Frost bald flitzen.
  • Zu viel Schnee und Wasser im November ist ein Zeichen für künftige Missernten.
  • Wie der November, so der März.
  • Wie das Wetter im November ist, so ist es gewöhnlich im März wieder gewiss.
  • Fällt das Laub im November, kommt sicher bald Eis, bleibt aber nicht lange.
  • November aus Nebel, Reif, Regen, Schnee, Trockenheit und Matsch, eilt vor dem Winter zum Winter.

Dezember

  • Wie das Wetter an Sankt Barbara, so ist der ganze Advent da.
  • Ist es am ersten Advent frostig, wird der Winter achtzehn Wochen dauern.
  • Kommt Sankt Martin auf dem weißen Pferd, jagt ein Schneesturm den anderen.
  • Friert es an Katharina, regnet es an Barbara.
  • Dezember mit Schnee auf dem Pfad, bringt Roggen in jedes Hochland-Rad.
  • Wenn es im Dezember friert und schneit, ist ein fruchtbares Jahr nicht weit.
  • Kalter Dezember – früher Frühling.
  • Milder Dezember – milder ganzer Winter.
  • Fröste, die im Dezember früh nachlassen, bedeuten einen milden Winter.
  • Auf einen trockenen Dezember folgt ein trockener Frühling.
  • Wie die Kälte im Dezember – so die Hitze im Juni.
  • Fällt der erste Schnee auf nassen Grund, wird die Ernte nicht gesund.
  • Wie der Dezember, so das ganze Jahr.
  • Wenn am ersten Adventssonntag weithin harter Winter eintritt, dauert er vier Wochen.
  • Ist es in der ersten Adventswoche frostig, wird der Winter achtzehn Wochen währen.

Erklärungen zu älteren und weniger bekannten Begriffen:

  • Kobzole: Ein alter Dialektausdruck für Kartoffeln (Erdäpfel).
  • Otava (Grummet): Das zweite Gras, das nach dem ersten Mähen der Wiese nachwächst.
  • Žně (Erntezeit): Die Zeit der Getreideernte, meist im Sommer.
  • Mrva (Mist/Dünger): Mist oder Dünger, in Bauernregeln oft im Sinne von „etwas, das dem Boden guttut“.
  • Věrtel (Viertel): Ein altes Gefäß oder Maß, das bei der Ernte (z.B. von Nüssen) verwendet wurde.
  • Sýpka (Speicher/Kornkammer): Ein Gebäude oder Raum zur Lagerung von Getreide und Korn.
  • Hřmí (Donnern): Ausdruck für ein Gewitter oder das Grollen des Donners.
  • Kápě (Kappe - z.B. Medardus-Kappe): Im übertragenen Sinne bedeutet es lang anhaltenden Regen.
  • Parno (Schwüle): Drückendes, heißes Wetter, oft vor einem Gewitter.
  • Koleje (Wagenspuren): Ausgefahrene Spuren von Wagen, in denen nach dem Regen das Wasser stand.
  • Chlebíček (Brötchen/Brot): In Bauernregeln ist damit nicht Gebäck gemeint, sondern bildlich das Getreide und die Ernte.
  • Bláto/blátivo (Matsch/matschig): Eine lang anhaltende Regenperiode, aufgeweichte Wege und Felder.
  • Zvěstování/Narození Panny Marie (Mariä Verkündigung/Geburt): Kirchliche Feiertage, nach denen man sich früher das ganze Jahr über orientierte, nicht nur religiös, sondern vor allem landwirtschaftlich.
  • Hrozince: Eine kleine Menge Weintrauben, manchmal auch bildlich für „ein bisschen, ein Stück“.
  • Vrznout: Ein kurzes Geräusch machen, quieken oder einen scharfen Laut von sich geben (z.B. ein Vogel).
  • Střapec (Quaste): Ein büschelartiges Ende, hier bildlich für das Ende einer Peitsche.
  • Škarpa (Graben): Ein Abhang oder Graben, oft am Feldrand oder an Flüssen.
  • Bředne: Aufgeweicht, schmelzend (z.B. wenn der Schnee taut).
  • Zadul: Erwärmt, geheizt; „teple zadul“ = er hat warm geblasen (meist die Sonne oder warmes Wetter).
  • Podzimek: Eine schöne kurze herbstliche Zeit, in der es noch warm aund trocken ist.
  • Veta (Ende/Vorbei): Ein alter Ausdruck dafür, dass etwas vorbei ist; hier in Bezug auf Frost oder Kälte.
  • Dukát (Dukat): Eine alte Goldmünze, oft übertragen für „etwas Wertvolles“ (z.B. ein Regentropfen).
  • Cval/cvalem (Galopp): Schneller Lauf eines Pferdes, bildlich für „schnell, flink“.
  • Ucezuje: Kühlen, gefrieren, fest werden lassen (z.B. der Winter „filtert“/kühlt das Wasser und den Boden).
  • Všecko: Eine ältere Form für „všechno“ (alles).
  • Mláďátka (Unschuldige Kinder): Ein Volksausdruck für das Ende des Jahres, symbolisiert die Feiertage nach Sankt Stephan.
  • Letnice (Pfingsten): Christliches Fest, fünfzig Tage nach Ostern.
  • Vlažička: Ein sanfter warmer Regen oder Tau, Feuchtigkeit des Bodens.
  • Řinčet (Klirren): Ein metallisches Geräusch, Läuten, manchmal das Geräusch von Hagel oder Regen.
  • Jiljí (Ägidius): Volksname für den Heiligen Ägidius, Feiertag am 1. September.
  • Rdívá se (Sich rötet): Rot werden; bildlich für den Himmel bei Bränden oder Sonnenuntergang.
  • Hřímat: Donnern, grollen (im November – Gewitter oder Donner deuten auf das kommende Wetter hin).

Abschluss?

Was sagt ihr zu den Bauernregeln unserer Vorfahren? Interessant, oder? Und jetzt geht euch sicher dasselbe durch den Kopf: War es an jenem Tag regnerisch oder wehte der Wind? Wird der Januar wirklich winterlich und eisig oder nicht? Ha, genau dieselben Fragen und das Grübeln im Gedächtnis habe ich auch. Jedenfalls hoffe ich, dass euch die Bauernregeln Spaß gemacht haben. Vielleicht melde ich mich bald mit etwas anderem zurück, das euch fesselt. Ich wünsche euch einen schönen restlichen Tag!

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