Wieder einmal können wir uns gemeinsam auf die Spuren von Traditionen und Bräuchen begeben. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, wie wir uns hier vor drei Monaten zu den Weihnachtstraditionen getroffen haben. Gemeinsam sind wir den Heiligen Martin, alte Adventsgestalten, die Geschichte von Weihnachten, den Adventskranz und die gesamte Adventszeit durchgegangen. Auch Krampus, Silvester und Neujahr durften nicht fehlen. Vielleicht wirkt es wie ferne Vergangenheit, aber es ist eigentlich erst vor Kurzem gewesen. In der Zwischenzeit erwacht die Natur langsam zum Leben und der Frühling macht sich immer mehr bemerkbar. Ich würde sagen, dass wir so ein "Aprilwetter" schon eine Weile erleben. Das Wetter lockte uns erst mit schönen sonnigen Tagen, an denen die Temperaturen mancherorts auf bis zu 20 Grad kletterten, um uns kurz darauf mit einer Kaltfront und einer spürbaren Abkühlung zu überraschen. Trotzdem ist es jetzt anders – der Frühling steht vor der Tür. Und mit ihm kommt ein Tag voller Streiche, Witze und sogenannter Zeitungsenten. Gemeinsam schauen wir uns nun den ersten April etwas genauer an. Und wir werfen auch einen Blick über die Grenzen, ob das wirklich nur unser Brauch ist oder ob man auch anderswo auf der Welt gerne Streiche spielt. Wenn Sie bereit sind, legen wir los.

Woher kommt er eigentlich?
Jeder von uns fragt sich wohl, wo und warum der erste April eigentlich entstanden ist. Die Antwort ist jedoch nicht ganz eindeutig. Wie bei vielen Traditionen verliert sich die Geschichte ein wenig in der Zeit, und wir haben keine absolute Gewissheit. Eine Theorie führt uns ziemlich weit weg, bis nach Iran. Genau dort wird ein Fest namens Sizdah Be-dar gefeiert, das auf Anfang April fällt. Es wird auch Tag der Natur genannt, und die Menschen gehen hinaus in Parks und die Landschaft, veranstalten Picknicks und genießen die gemeinsame Zeit. Damit verbunden sind natürlich gute Laune, Fröhlichkeit und gelegentlich auch kleine Streiche.
Vielleicht denken Sie aber, dass Iran doch etwas weit weg von uns ist. Und Sie haben recht. Der erste April, wie wir ihn heute kennen, kam höchstwahrscheinlich aus Westeuropa zu uns, wobei am häufigsten Frankreich genannt wird. Dort begannen sich in der Vergangenheit kleine Witze und Mystifikationen zu verbreiten, die auch in anderen Ländern schnell Anklang fanden.
In unseren Breitengraden tauchen die ersten Erwähnungen von Aprilscherzen bereits im 17. Jahrhundert auf. Konkret wird das Jahr 1690 genannt, in dem Bartoloměj Chrystellie aus Prag über diesen Tag schrieb. Seitdem hat sich die Tradition bei uns allmählich etabliert und bis heute überdauert.
Aprilis oder April?
Und warum sagen wir "apríl" (auf Tschechisch), wenn wir den Monat "duben" haben? Es ist eigentlich ganz einfach. Der Name leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für den Monat Aprilis ab, aus der eine Reihe europäischer Namen entstanden ist, wie zum Beispiel das englische April oder das deutsche April. Und genau aus diesen Sprachen gelangte die Bezeichnung "apríl" allmählich in unseren Sprachgebrauch, wobei sie eher für diesen speziellen Tag als für den ganzen Monat verwendet wird.
Auch wenn der genaue Ursprung nicht ganz klar ist, steht eines fest: Die Tradition der Witze und Streiche hat sich bei uns so sehr eingebürgert, dass wir uns den Anfang des Aprils ohne sie kaum noch vorstellen können. Aber es hat auch seine Kehrseite. An diesem Tag glauben die Menschen oft selbst echten Nachrichten nicht und nehmen alles mit Skepsis und Vorbehalt auf. So passiert es gelegentlich, dass selbst eine wahre Information zwischen einem Haufen Witze und sogenannten Zeitungsenten untergeht.
Und wie erleben wir den ersten April eigentlich bei uns?
Es ist ein Tag, an dem sich die Menschen mit einem Lächeln gegenseitig kleine Streiche spielen. Meistens ist es nichts Böses, eher ein kleines Hereinlegen, das amüsieren soll. Vielleicht kennen Sie das selbst. Jemand schickt Sie los, um etwas zu holen, das es gar nicht gibt, oder macht Sie darauf aufmerksam, dass Sie etwas auf dem Rücken haben, und wenn Sie sich umdrehen, ertönt nur ein amüsiertes „April, April!“. Solche Witze tauchen auch im Alltag auf. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einem Freund, dass Sie gerade vor seinem Haus stehen und zu Besuch kommen wollen. Er schaut aus dem Fenster, sieht Sie nirgendwo... und dabei machen Sie sich nur einen Spaß. Und natürlich darf das klassische „April!“ in der folgenden Nachricht nicht fehlen, was jemanden für einen Moment ganz schön verwirren kann.
Auch in den Medien hat der April seinen Platz. Genau dort entstehen sogenannte „Zeitungsenten“, erfundene Nachrichten, die auf den ersten Blick völlig glaubwürdig aussehen. Das kann zum Beispiel eine Meldung sein, dass Meteorologen für den gesamten April dreißig Zentimeter Schnee vorhersagen oder dass eine unerwartete Änderung bevorsteht, die in Wirklichkeit gar nicht existiert. Erst am Ende erfährt der Leser dann, dass er auf einen Aprilscherz hereingefallen ist. Interessanterweise besagt die Tradition, dass Aprilscherze nur vormittags gemacht werden sollten. Nach zwölf Uhr mittags sollte man angeblich nicht mehr scherzen, und wer sich nachmittags über jemanden lustig macht, wird selbst als „Aprilnarr“ bezeichnet. Es ist aber keine feste Regel, eher eine Tradition, die manche Menschen von Generation zu Generation weitergeben. Ob Sie nun an die Vormittagsgrenze glauben oder nicht, eines ist sicher: Der erste April ist ein Tag, an dem es gut ist, die Dinge mit Gelassenheit zu nehmen, sich nicht sofort hereinlegen zu lassen und vor allem über sich selbst lachen zu können.
Und wie sieht es eigentlich über die Grenzen hinaus aus? Wird der April nur bei uns gefeiert, oder spielen die Menschen auch anderswo auf der Welt Streiche?
Wenn wir zu unseren Nachbarn schauen, stellen wir fest, dass wir damit definitiv nicht allein sind. In der Slowakei funktioniert der April praktisch genauso wie bei uns, die Menschen spielen kleine Streiche, legen sich gegenseitig herein und das klassische „apríl!“ darf nicht fehlen. In Deutschland und Österreich begegnet man dem Begriff Aprilscherz, und auch dort geht es hauptsächlich um harmlose Witze und Mystifikationen, oft auch in den Medien. In Polen ist dieser Tag als Prima Aprilis bekannt und gehört zu den beliebtesten Tagen für Witze, manchmal sogar so sehr, dass die Menschen versuchen, wirklich vorsichtig zu sein, um nicht hereinzufallen.
Interessant ist, dass die Tradition in manchen Ländern auch mit kleinen Regeln verbunden ist. Zum Beispiel wird in Großbritannien und Schottland überliefert, dass Streiche nur bis Mittag gespielt werden sollten. Nach zwölf Uhr werden Aprilscherze anders betrachtet, und wer später jemanden hereinlegt, könnte selbst als „Narr“ gelten. Vielleicht haben einige Leute bei uns diese ungeschriebene Regel von dort übernommen.
In Frankreich, Belgien oder Italien hat der April eine etwas andere Form. Kinder und Erwachsene kleben sich dort oft Papierfische auf den Rücken, die sogenannten „Aprilfische“ (Poisson d’avril). Es ist eine alte Tradition, die amüsieren und gleichzeitig eine nichtsahnende Person unauffällig hereinlegen soll.
Und dann gibt es Länder, in denen der Tag der Witze an einem anderen Tag gefeiert wird. In Spanien und in vielen Ländern Lateinamerikas fällt der Tag der Streiche erst auf Ende Dezember, konkret auf den 28. Dezember (Día de los Santos Inocentes). Auch dort machen die Menschen Witze und verbreiten verschiedene „Enten“, nur in einer etwas anderen Jahreszeit. Aber egal wo wir hinschauen, eines haben diese Traditionen gemeinsam: den Wunsch, das Leben zumindest einmal im Jahr auf die leichte Schulter zu nehmen, sich selbst und andere zu amüsieren und die Welt für einen Moment mit Abstand zu betrachten.
Abschließend...
Mir gefällt die iranische Version ganz gut, in der der April gleichzeitig der Tag der Natur ist und die Menschen in die Natur aufbrechen. Schade, dass es eine ähnliche Tradition bei uns nicht gibt. Warum sollte der erste April nicht ein neues Symbol für Tourismus und Ausflüge sein? Was meint ihr dazu? Wollen wir das ändern? Lasst uns rausgehen, gerne mit kleinen Witzen und Streichen, und den Tag genießen. Im April spürt man den Frühling schon viel mehr als im März. Vergessen wir außerdem nicht, dass am 29. März die Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt wird; um 2:00 Uhr morgens stellen wir den Zeiger auf 3:00 Uhr vor. Unsere Nacht wird eine Stunde kürzer sein, aber hoffentlich belohnen uns das Wetter und die Natur mit einem schönen Frühlingsstag.
Also passt nur auf, lasst euch von niemandem hereinlegen. Ich persönlich halte Aprilscherze maximal bis 12:00 Uhr ein, bei mir hieß es immer „nur bis zwölf“. Habt einen schönen Tag und genießt ihn vielleicht irgendwo in der Natur, auch wenn der erste April noch nicht da ist.
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