Weihnachtstraditionen und Bräuche: Alte Adventsgestalten
Weiter geht's! Am 11. November konntet ihr bei mir Wissenswertes über den heiligen Martin lesen und darüber, dass sein Erscheinen früher symbolisch die Weihnachtszeit einläutete. Er brachte den ersten Schnee, die Gans auf den Tisch und den Beginn einer Fastenzeit, die Sinn und Bedeutung hatte. Aber wie ich schon sagte: Heute liegt es an jedem von uns, wie wir diese Weihnachtszeit gestalten.
Wusstet ihr aber, dass in der Adventszeit früher nicht nur der Nikolaus mit Krampus und Engel unterwegs war? Dieser Brauch, wie wir ihn heute kennen, war nicht immer gleich. Daneben gab es auch andere Gestalten, mal gütig, mal ziemlich furchteinflößend. Der Advent war voll von Geheimnissen, Aberglauben und Bräuchen, deren Wurzeln tief in der Vergangenheit liegen.
Weihnachten war damals nicht geprägt von Lichterketten, Geschenkwahnsinn oder dem Wettlauf um das erste Christbaumbild. Es war schlichter, aber vielleicht echter. Und auch wenn viele Traditionen verschwunden sind, hindert uns nichts daran, einige von ihnen wiederzubeleben. Warum sollten nicht wieder die „Lucky“, „Ambrož“ oder „Barborky“ durch unsere Straßen ziehen?
Manchmal habe ich das Gefühl, dass selbst Nikolaus, Krampus und Engel unter dem Druck moderner „Krampusläufe“ und glitzernder Kaufhauskostüme langsam verschwinden. Also halten wir kurz inne, kochen uns einen Tee, kuscheln uns in eine Decke... und reisen zurück in eine Zeit, in der der Advent noch „Zeit der Erwartung“ hieß und die Menschen lernten, sich gleichzeitig ein wenig zu fürchten und zu freuen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass selbst Nikolaus, Krampus und Engel unter dem Druck moderner „Krampusläufe“ und glitzernder Kaufhauskostüme langsam verschwinden. Also halten wir kurz inne, kochen uns einen Tee, kuscheln uns in eine Decke... und reisen zurück in eine Zeit, in der der Advent noch „Zeit der Erwartung“ hieß und die Menschen lernten, sich gleichzeitig ein wenig zu fürchten und zu freuen.
4. 12. - Die Barborky (Barbarazweige)
Wenn man heute „Barborka“ sagt, denken die meisten an den Kirschzweig, den man am 4. Dezember in die Vase stellt, damit er bis Heiligabend blüht. Aber früher war das nicht nur ein Symbol der Hoffnung, die Barborka war eine reale Gestalt, die im Advent durch die Dörfer zog. Am Vorabend des Barbaratages, dem 3. Dezember, machten sich ganz in Weiß gekleidete Mädchen auf den Weg. Damit sie niemand erkannte, trugen sie ihr Haar über dem Gesicht oder bestäubten es mit Mehl. Sie wirkten geheimnisvoll, vielleicht sogar unheimlich, aber ihre Absichten waren gut – sie waren Boten der Reinheit, Demut und Vorbereitung auf Weihnachten. In der Hand trugen sie ein Körbchen und verteilten an brave Kinder kleine Gaben wie Trockenobst, Nüsse oder Plätzchen. Gleichzeitig prüften sie aber, wie sich die Kinder in der Fastenzeit verhielten. Sie fragten, ob sie beten können, auf die Eltern hören und sich auf das Fest vorbereiten. Wer sich bemühte, wurde belohnt. Sie klopften mit einem Kirschzweig an die Fenster, um ihr Kommen anzukündigen. Wer ihnen mit reinem Herzen öffnete, dem bescherte dies angeblich Frieden und Segen für den Rest des Winters.
7.12. - Der heilige Ambrož (Ambrosius)
Gleich nach den Barborky kommt eine heute fast vergessene Gestalt: Ambrož. Benannt nach Bischof Ambrosius, dessen Gedenktag der 7. Dezember ist. Ambrož war ein Mann im langen weißen Gewand mit einer spitzen schwarzen Mütze, die an eine Mitra erinnern sollte. Über der Schulter trug er eine Tasche voller Süßigkeiten. Er tauchte meist an Kirchen auf, wo die Kinder schon auf ihn warteten. Sobald er Süßigkeiten auf den Boden warf, stürzten sich die Kinder darauf – und genau das war der Clou: Ambrož hielt in der anderen Hand eine Rute und „bestrafte“ die Kinder symbolisch beim Aufsammeln. Es war eine spielerische Lektion: Ambrosius ist der Patron der Imker (daher die Honigsüßigkeiten), und die Rute erinnerte daran, dass man im Advent eigentlich fasten sollte. Ein fröhlicher Brauch, der heute noch in Kouřim (Böhmen) nachgestellt wird.
13.12. - Die Lucky (Luzien-Gestalten)
Dann gibt es die „Lucky“, verbunden mit dem Tag der heiligen Lucia am 13. Dezember. Lucia galt als Patronin der Augen. Im Advent wurde oft bis spät nachts gesponnen oder Federn geschlissen – Arbeiten, die die Augen stark beanspruchten. Es hieß, an Lucia dürfe nicht gearbeitet werden. Die Lucky, meist drei in Weiß gehüllte Frauen, kontrollierten dies. Sie waren stumm, zischten nur wie Schlangen und trugen Scheren oder Sicheln bei sich. Fanden sie jemanden beim Spinnen, zerschnitten sie das Garn. Fanden sie eine unordentliche Stube, trieben sie es bunt: Sie wirbelten Federn auf, fegten Ruß aus dem Ofen und sorgten für ordentlich Trubel. Ein Erlebnis, das kein Kind so schnell vergaß!
Adventsdonnerstage - Perchta - Die dunkle Fastenwächterin
Die wohl schrecklichste Gestalt war die Perchta. Sie erschien meist an den Donnerstagabenden im Advent. In alten Zeiten begann der neue Tag (Freitag) bereits mit dem Sonnenuntergang am Donnerstag. Da der Freitag als Unglückstag galt, war die Perchta unterwegs, um das Fasten zu überwachen. Meist stellte ein Mann diese Frauengestalt dar – mit blutiger Schürze und einer Maske aus Federn und Fell. Sie drohte Fastensündern damit, ihnen den Bauch aufzuschlitzen und mit Stroh zu füllen. In der Dunkelheit der alten Bauernstuben, nur beim Kerzenschein, muss diese Gestalt wahrhaft dämonisch gewirkt haben.
6.12. - Nikolaus, Engel und Krampus
Die einzige Gestalt, die bis heute überlebt hat, ist der heilige Nikolaus. Sein Umzug findet am Vorabend des 6. Dezembers statt. Das Trio aus Nikolaus, Engel und Teufel symbolisiert Gut und Böse, Licht und Schatten. Früher war der Umzug jedoch viel bunter und glich fast einem Karneval: Sogar der Tod war oft dabei, um an die Vergänglichkeit zu erinnern. Die Geschenke waren bescheiden: Äpfel, Nüsse oder handgemachte Figuren aus Teig. Kinder mussten kniend Gebete aufsagen, bevor der Nikolaus entschied, ob es eine Belohnung oder die Rute gab. Alles war viel ernster und dramatischer als die heutige kommerzielle Version.
Fazit?
Was sagt ihr dazu? Stellt euch vor, ihr trefft heute im Park auf eine dieser alten Gestalten wie die Lucky oder die Perchta. Früher hatten die Menschen echte Angst, heute können wir über diese Geschichten schmunzeln. Aber es ist schön zu sehen, wie der Nikolaus als einzige Figur die Jahrhunderte überdauert hat. Habt ihr Lust, eine dieser vergessenen Figuren wiederzubeleben? Macht ein Foto und teilt es auf Instagram mit meinem Hashtag: #vanocesbobisem. Es wäre großartig zu sehen, wie die Traditionen lebendig werden! Danke fürs Lesen und eine zauberhafte Vorweihnachtszeit!
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Illustration erstellt mit Gemini KI.





