Weihnachtstraditionen und Bräuche: Der heilige Martin
Bald ist Weihnachtszeit, eine Zeit, die nicht nur aus dem Heiligen Abend, einem reich gedeckten Tisch, Gebäck, dem geschmückten Baum im Wohnzimmer, einem Haufen Geschenke darunter und dazu Weihnachtsliedern oder Märchen im Fernsehen besteht. Das ist nämlich ein Irrtum. Weihnachten ist nicht nur ein Tag im Jahr. Es sind ganze magische Wochen voller Düfte, Lichter, Traditionen, kleiner Freuden und vor allem Liebe. Die Weihnachtszeit beginnt lange bevor die erste Kerze am Adventskranz leuchtet – und damit meine ich nicht die Geschäfte voller Weihnachtsware, die blinkende Deko in Einkaufszentren oder Werbung, die Kindern sagt, was sie sich wünschen sollen. Das wahre Weihnachten kommt viel leiser zu uns. Langsam, unauffällig, schon mit dem Einzug des Novembers, wenn sich die Natur zur Ruhe bettet und sich die erste winterliche Stimmung in unsere Tage schleicht. Und genau hier beginnt meine kleine Weihnachtsgeschichte. Denn bei Weihnachten geht es nicht nur um Geschenke, sondern vor allem um Geschichten, Traditionen und Momente, die den wahren Zauber dieser Zeit ausmachen.
Die heutige Zeit ist sehr hektisch und ganz anders als das, was unsere Vorfahren erlebten. Sie lebten mehr im Einklang mit der Natur, und so begannen die Vorbereitungen auf Weihnachten oft unbemerkt schon viel früher, vielleicht sogar unbewusst. Jede Hausfrau und jeder Landwirt hatten im Herbst alle Hände voll zu tun. Man musste die Felder bestellen, die Ernte einbringen, sich auf den Winter vorbereiten, das Vieh versorgen und für genügend Heu, Stroh und Futter sorgen. Alles musste sorgfältig gelagert werden, damit Mensch und Tier über den Winter kamen. Dazu gehörte natürlich auch das Trocknen von Pilzen und Obst, um im Winter etwas zum Kochen, Dekorieren und Naschen zu haben. Für viele von uns, vielleicht auch für unsere Eltern oder Großeltern, beginnt Weihnachten erst mit dem ersten Advent. Aber was, wenn die Weihnachtszeit und das erste Anzeichen dafür, dass Weihnachten an die Tür klopft, schon am 11. November beginnt, wenn wir den Martinstag feiern? Meiner Meinung nach ist das genau der Moment, in dem sich der Weihnachtszauber unbemerkt zu entfalten beginnt. Mehr dazu erfahrt ihr direkt im Kapitel über den heiligen Martin.
Der heilige Martin
In der Novemberkälte, wenn das Laub meist gefallen ist und die Landschaft auf die ersten weißen Flocken wartet, tritt ein Feiertag auf den Plan, den wir nicht übersehen dürfen. Es ist der 11. November, der Tag des heiligen Martin. Und ich behaupte: Ab hier, ab Martin, beginnt Weihnachten langsam an die Tür zu klopfen.
Wer war Martin und warum auf dem „weißen Pferd“?
Martin von Tours (316 - 397 n. Chr.) wurde in eine Soldatenfamilie geboren und diente ursprünglich als römischer Soldat, bevor er später Bischof wurde. Eine der stärksten Geschichten: Er traf einen Bettler, zerteilte seinen Soldatenmantel und gab dem Armen die eine Hälfte; in der Nacht träumte er dann von Jesus, der eben diese Mantelhälfte trug. Die Legende besagt auch, dass Martin sich vor der Bischofsweihe in einem Gänsestall versteckte und die Gänse ihn durch ihr Schnattern verrieten. Dies führte zum traditionellen Gänseessen. Das „weiße Pferd“ stammt aus einer Bauernregel: „Sankt Martin kommt auf dem Schimmel geritten“, was den ersten Schnee oder den Einzug des Winters um den 11.11. symbolisiert.Tradition: Gans, Wein und Kirchweih
• Gans: Warum gerade die Gans? Es gibt zwei Legenden. Die eine besagt, die Gänse hätten Martins Versteck verraten, die andere, sie hätten seine Predigt gestört. Und so landete die Gans auf der Tafel. Im Mittelalter galt dieser Tag als eines der letzten großen Gelage vor der Fastenzeit.
• Wein: In Weinregionen wurde genau am 11. November der erste junge Wein („Martinswein“) geöffnet. Symbolik: Die Ernte ist sicher eingebracht, die Arbeit getan, jetzt folgen Momente der Freude.
• Bauernregeln: „St. Martin setzt sich oft mit Schimmel an den Tisch.“ – „Ist es an St. Martin trüb, wird der Winter lind und lieb; ist es hell, wird er ein böser Gesell.“ – Eine der ältesten Regeln besagt: „Nach St. Martin scherzt der Winter nicht, Schnee und Frost kommen in Eile.“ Die Menschen hatten beobachtet, dass sich um diesen Tag das Wetter radikal ändert, weshalb er früher tatsächlich als Winteranfang galt.
• Landwirtschaftlicher Kalender: Auf dem Land wurden an diesem Tag Verträge geschlossen, das Erntejahr beendet und das Gesinde erhielt seinen Lohn.
Historischer Zusammenhang und heutige Bedeutung
Für unsere Vorfahren war der 11. November ein Tag des Übergangs: Die Ernte war eingebracht, die Tiere winterfest gemacht und der Haushalt auf die kalte Zeit vorbereitet. Es begann die Zeit, in der die Arbeit draußen ruhte und Raum für Begegnungen, Feiern und Freude entstand. Mit diesem Fest verabschiedeten sie sich vom Herbst. Heute können wir diese Symbolik übernehmen, um: innezuhalten, Danke zu sagen und loszulassen. Martin erinnert uns daran, dass Weihnachten nicht erst mit dem ersten Advent beginnt, sondern dass sich schon etwas regt, wenn der November einzieht.
Das Fasten ab Martin, 40 Tage Mäßigung und Vorbereitung
Historisch gesehen begann nach dem Martinsfest eine weniger ausgelassene Zeit. Nach Martin hielt man oft eine 40-tägige Fastenzeit ein, was eine einfache Ernährung bedeutete, um die Vorräte für Weihnachten und den Rest des Winters zu schonen. Heute können wir uns davon inspirieren lassen: Es müssen nicht 40 Tage strenges Fasten sein, aber Momente, in denen wir entschleunigen, bewusster essen und die Zeit um uns herum wahrnehmen.
• Statt Hektik kurz vor Weihnachten können wir unsere Heime langsam aufräumen, alles vorbereiten und die Atmosphäre Schritt für Schritt gestalten.
• Statt Eile können wir die Ruhe genießen, Geschenke mit Bedacht wählen, Adventskonzerte besuchen und uns unsere Vorstellung von schönen Weihnachten erschaffen, bevor der letzte Moment gekommen ist.
• Gönnt euch Zeit für Familie und Freunde, telefoniert, besucht eure Lieben, geht spazieren, backt langsam Plätzchen und genießt jeden Augenblick. Und vor allem: Atmet durch und seid dankbar für die Möglichkeit, alles in Ruhe und ohne Stress vorzubereiten.
Ich wünsche euch einen schönen Ausklang dieses Feiertages. Vielleicht genießt ihr noch den Rest des Martinsweins bei einem ruhigen Moment vor dem Fernseher, bevor ihr schlafen geht.
Ich möchte erklären, warum ich heute über den heiligen Martin und die Weihnachtstraditionen schreibe. Vorgestern habe ich meine Weihnachts-Challenge veröffentlicht und festgestellt, dass noch nicht jeder dabei ist. Manche können sich noch nicht auf das Weihnachtsthema einstimmen, andere sagen, Weihnachten habe noch nicht begonnen.
→ Weihnachten naht – schreiben wir unsere eigene Geschichte!
Ich möchte erklären, warum ich heute über den heiligen Martin und die Weihnachtstraditionen schreibe. Vorgestern habe ich meine Weihnachts-Challenge veröffentlicht und festgestellt, dass noch nicht jeder dabei ist. Manche können sich noch nicht auf das Weihnachtsthema einstimmen, andere sagen, Weihnachten habe noch nicht begonnen.
→ Weihnachten naht – schreiben wir unsere eigene Geschichte!
Ich möchte aber unsere traditionellen Bräuche aufzeigen, die Weihnachten bereits langsam einläuten. Und so habe ich mich entschieden, über den heiligen Martin zu schreiben, der für mich der Anfang ist. Es geht nicht um Kommerz, sondern um Tradition. Der Tag, an dem der erste Schnee kommt und das Ende des Herbstes ankündigt. Heute kann unsere weihnachtliche Einstimmung beginnen – keine Eile, kein Stress, sondern Weihnachtsstimmung. Ich werde nach und nach weitere Artikel veröffentlichen, in denen ich verschiedene Traditionen und die weihnachtliche Stimmung beschreibe. Ich glaube, das wird euch einstimmen, sodass ihr auch bei meiner Challenge mitmacht.
Ich wünsche euch einen schönen Restabend. Heute war es recht klar, also erwartet uns laut Bauernregel ein harter Winter.
Danke, dass ihr meine Geschichte über Martin bis hierher gelesen habt. Bald könnt ihr euch auf weitere Bräuche und Traditionen freuen.
Gute Nacht.
Gute Nacht.
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Illustration erstellt mit Gemini KI.
(Um Urheberrechte zu vermeiden, wurden keine Bilder aus dem Internet heruntergeladen.)




